Der alte Meister Lao-Tze

“ Die 81 Schriften zum weg und der kraft
01

Der weg selbst ist der wahre Führer,
doch niemand bezwingt ihn durch eine Regel.
Gib  ihnen einen Namen, doch sie haben keinen Bestand.
Im Namenlosen des  Nicht-Seins entstehen Himmel und Erde.
Im Namen-be-Hafteten des Seins wohnt die Mutter aller Dinge.
Frei von Begehrlichkeit richte Deinen Blick, und Du wirst sehen:
die Feinheiten im subtilen Ur-Grund.
Mit absichtsvollem Tun begreife, und Du wirst erkennen:
die Begrenztheit da draußen.
Zwei erscheinen, doch sie entstammen der gleichen  Quelle,
ihr Unterschied, er beruht auf ihren Namen.
Finde in beiden das große  Geheimnis.
Das Geheimnis im Geheimnis heißt ein Mysterium:
durchschreite  das  Tor, und du erfasst all seine Wunder.

(03)

Keine Werte herausheben schützt die Leute vor Streit.
Dinge, die schwer zu erlangen sind, nicht zu schätzen,
schützt die Leute davor, wie Räubern zu handeln.
Das Begehrenswerte nicht zur Schau zu stellen
schützt das Herz der Leute vor Verwirrung.
So die Methode der alten Meister zur Regierung:
Sie leeren die Herzen und füllen die Bäuche,
schwächen den Ehrgeiz und stärken die Knochen.
Immer halten sie die Leute frei von geistiger Entartung,
 frei von Begehrlichkeit,
 sodass die Klugen sich nicht erdreisten, sich einzumischen,
und ihre Taten nicht zur Ausführung kommen.
Dann gerät auch nichts aus der Ordnung.

 ( 04 )

Der WEG ist im Fluss und dennoch
in seiner Anwendung gibt's nichts, was über ihn hinaus ragt.
Tief, wie der Urahn der 10.000 Wesen:
Stumpf seine Schärfe.
Entschlossen in der Verwirrtheit
Beschattet sein Glanz.

Eineins mit der Welt.
Tief und klar scheint es so, als existiere er,
doch wir wissen nicht, wessen Nachkomme er ist,
daher glauben wir, er ist der Urahn der Götter.

 (05)

 Himmel und Erde sind ohne Mitleid
behandeln die 10.000 Wesen wie Opfer-Hunde.
Die Meister des WEGES sind ohne Mitleid
betrachten die hundert Familien als Opfer-Hunde.
Der Raum zwischen Himmel und Erde
ist er nicht wie Blasebälge und Flöten?
Leer, doch nie zu erschöpfen,
wenn bewegt, wird immer mehr erzeugt.
Viele Worte erschöpfen sich daran,
besser ist es, Du bewahrst Deine Mitte.

 
 ( 06 )

Der Geist des Tales ist unsterblich,
er ist bekannt als das geheimnisvolle Weibchen.
Das Tor zum geheimnisvollen Weibchen wird
die ursprüngliche Quelle von Himmel und Erde genannt
– endlos, dauerhaft scheint es zu existieren.
Seine Praxis – mühelos.

 

(07)

Der Himmel ist ewig, die Erde ist dauerhaft.
Was ist der Grund,
warum Himmel und Erde fortbestehen und dauerhaft sind?
Ihr Leben ist nicht ihr eigenes Leben.
Dies ist ihr Weg, um weiter fort zu bestehen.
Daher stellen sich auch die alten Meister hinten auf,
und so kommen sie voran.
Sie sondern sich ab,
Daher haben sie Bestand.
Kommt es dadurch,
dass sie sich von ihrer persönlicher Wichtigkeit befreit haben,
dass sie ihr eigenes Selbst vervollständigen können ?

(08)

Der höchste Wert zeigt sich am Wasser.
Das Wasser bringt allen Dingen nutzen und es streitet nie.
Das Wasser sucht auch Orte auf, welche von anderen verachtet wird,
so zeigt es seine Nähe zum TAO.
Der Wert Deiner Wohnung zeigt sich an Deiner Wahl des Platzes.
Der Wert Deines Gemütes zeigt sich in seiner Tiefe.
Der Wert Deines menschlichen Umgangs zeigt sich
an Deinem Wohlwollen.
Der Wert Deiner Worte zeigt sich in Deiner Aufrichtigkeit.
Der Wert Deiner Führung zeigt sich in der Ordnung.
Der Wert Deines Schaffens zeigt sich an Deiner Tüchtigkeit.
Der Wert Deiner Handlungen zeigt sich in der Rechten Zeit.
Gut also, wenn all dies ohne Wettstreit geschieht.

So kommt denn auch kein Unmut auf.

Kannst Du Deinen physischen Körper als etwas Künstliches ansehen,
dann wird sich der WEG von selbst kundtun.
Finde den “Wahren Körper”.
“Wir sollten alles unterbinden, was unserer Körper und
unseren Geist schwächen kann...
Die höchste Stufe der Kunst, die ich Sie lehren kann...
 basiert.. auf der Verlagerung des Bewusstseins ...
Als Kinder konnten wir dies
ohne weiteres, aber wenn das “Siegel des Körpers” erst einmal
durch Unmäßigkeit und Missbrauch erbrochen ist, kann die so
vergeudete Energie nur durch eine besondere Form der
Manipulation des Bewusstseins, durch korrekte Lebensweise
und Enthaltsamkeit wieder erneuert werden...”

(10) sagt:

Kannst Du Deine niedere Seele (chin. po) bändigen,
das sie das Eine umfängt
und Du frei von Zersplitterung bleibst?

Kannst Du in Deiner Kraft ( chi ) sein und handeln,
und dabei biegsam sein,
dass Du Dich fügst wie ein Neugeborenes?

Kannst Du Dein Inneres Wissen
( den Dunklen Spiegel )
 reinigen,
so dass Du frei von Irrtum bleibst ?

Kannst Du die Menschen lieben und die Gemeinschaft lenken
     und dabei ohne Pläne sein?

     Kannst Du Deine Himmels-Tore in Dir öffnen und schließen
und dabei ohne Begehren sein?

Kannst Du die Klarheit ( ming ) ringsum erkennen,
alles begreifen und
dabei frei von Wissen sein?

Dinge hervorbringen, Dinge im Wachstum befördern.
Erzeuge und entwickle, aber halte Dich frei von Besessenheit.

Frei von Besitz handle ohne Erwartung,

Wachse ohne zu herrschen, ohne zu dominieren.

Dies heißt den Meistern:

Die geheime und verborgene Kraft.

Als Schüler des Tao denke an den Weg und nicht an das Futter.

Menschen von gewöhnlichem Charakter nähren den Gaumen.

Menschen mit außergewöhnlichem Charakter nähren den Geist.

 

(11)

Dreißig Speichen in einer Nabe,
in diesem Nicht-Sein liegt die Nutzbarkeit des Wagens.
Forme den Ton, um ein Gefäß zu schaffen,
im Nicht-Sein liegt die Nutzbarkeit des Gefäßes.
Breche Türen und Fenster heraus, um einen Wohnraum zu machen,
im Nicht-Sein liegt die Nutzbarkeit des Wohnraumes.
Also dient das Sein, um Werte zu schaffen,
das Fehlen von etwas dient, Nützlichkeit zu schaffen.

 12


Da sind die fünf Farben, die des Menschen Auge blind machen.
Da sind die fünf Töne, die des Menschen Ohr blind machen.
Da sind die fünf Geschmacksrichtungen,
die des Menschen Gaumen erschöpfen.
Rennen und Rasen, Jagen und Wettstreit
macht den Menschen wirr und verrückt.
Schwer erreichbare Güter behindern Deinen Fortschritt auf dem WEG.
Daher nähren die alten Meister den Bauch und nicht das Auge,
sie geben Jenes auf und erlangen Dieses.


(13)

Gunst und Ungunst bringen beide Furcht und Schrecken.
Hochgefühl und großer Ärger sind dasselbe wie das Ich.
Warum sage ich, dass Gunst und Ungunst Furcht und Schrecken bringen?
Gunst lässt uns erschrecken.
Sie zu erhalten ist das gleiche wie eine Verwarnung,
sie zu verlieren ist ebenfalls gleich einer Verwarnung.
Dies zeigt, dass Gunst und Ungunst gleicher weise Furcht und Schrecken bringen.
Warum sage ich, dass Hochgefühl und großer Ärger dasselbe sind wie das Ich.
Es ist der Grund, warum wir soviel Ärger haben:
Weil wir ein Ich angenommen haben.
Als wir noch kein Ich angenommen hatten - welchen Ärger hatten wir da?
Daher, so wir das Wirken in der Welt
 als Teil unseres Ichs betrachten und respektieren,
heißt dies, dienend Bewohner in der Welt zu sein.
Daher, so wir das Wirken in der Welt
 als Teil unseres Ichs betrachten und lieben,
 heißt dies, dienend der Ordner in der Welt zu sein.

 14

Auf die Dinge schauen und sie nicht sehen können -
Dies wird genannt: das Unsichtbare.
Auf die Dinge lauschen und sie nicht hören können -
Dies wird genannt: das Unhörbare
Nach den Dingen greifen und sie nicht fassen können -
Dies wird genannt: das Ungreifbare.
Diese drei dulden keine lückenlose Untersuchung,
denn sie sind zu betrachten als Einheit im Nebel:
welche Größe - ohne zu blenden,
welche Tiefe - doch unverdunkelt.
Die ununterbrochene Beständigkeit erlaubt keine Beschreibungen -
Heimkehr zum Nicht-Sein, und die Form des Formlosen wird es genannt,
das Abbild des Nichts, unglaublich, verdunkelt wird es genannt,
triffst Du auf ihn, so siehst Du nicht seinen Kopf,
folgst Du ihm, so siehst Du nicht sein Ende.
Den weg der alten Meister zu erfassen,
ist der weg, das Heute zu meistern.
Die Inhalte der uralten Anfänge zu ergründen
Wird der Schlüssel zum Weg genannt.

(15)
Die alten Meister, die fähig waren, den WEG anzuwenden,
geheimnisvoll und verborgen waren sie,
tiefgründig und eindringlich.
Ihre Tiefe nur schwer zu ergründen.
So bemühen wir ein Modell, um ihr Äußeres zu beschreiben :
So achtsam, des Winters einen Strom zu überqueren,
So wachsam, als wenn auf der Hut vor den Nachbarn,
So gediegen, als wären sie nur Gäste,
So nachgiebig, wie schmelzendes Eis,
So ungekünstelt, wie unbearbeitetes Holz,
So ausgedehnt, wie die Wasserscheide,
So vermischt, wie die trüben Flussläufe.
Wer ist noch fähig, wie ein trüber Flusslauf ruhig zu werden
und in den Höhen der Klarheit anzukommen.
Wer ist noch fähig, in Frieden, stark zu werden
Und die Tiefen der Kraft auszuschöpfen.
Wer immer diesen WEG bewahrt,
verlangt nicht mehr nach Fülle.
Allein die, die nicht überfüllt sind,
können verborgen bleiben, ohne Anfang und ohne Ende.

16


 Erreiche die vollkommene Leerheit
bleibe friedlich und aufrichtig
die 10.000 Wesen ergeben sich wie eins
wir schauen dadurch ihre Rückkehr ins Sein -
unzählbar in ihrer Menge
Alle kehren sie heim zu ihrer Wurzel.
Rückkehren zur Wurzel,
das ist heitere Gelassenheit, genannt auch:
Heimkehren zur höchsten Ordnung.
Die Heimkehr zur höchsten Ordnung, dies heißt auch:
Dauer.
Das Begreifen der Dauerhaftigkeit
wird die Klarheit genannt.
Die Dauerhaftigkeit nicht zu verstehen heißt,
durch Achtlosigkeit Leiden erschaffen.
Das Dauerhafte begreifen macht duldsam,
Duldsamkeit schafft Rechtschaffenheit,
Gerechtigkeit schafft Herrschaft,
Herrschaft führt zum Himmlischen,
das Himmlische wird zum WEG,
der WEG ist das Beständigste - endlos,
und sie fürchten den Tod nicht.


 (17)

Von großen Führern wissen wir, dass sie bestehen.
Die minderen Führer werden geliebt und gepriesen.
Noch mindere werden gefürchtet.
Die darunter liegenden werden verachtet.
Wenn das Vertrauen lückenhaft ist, dann gibt's kein Vertrauen.
Zurücktreten - darüber zu reden ist von Wert.
Vollendet Eure Aufgabe, widmet Euch ehrlicher Arbeit:
Die Hundert Familien werden sagen:
"Das ist der natürliche WEG".

 18

Wo der wahre weg verloren ist,
da entstehen Nächstenliebe und Gerechtigkeit.
Wenn die Gelehrten und Tüchtigen erscheinen,
dann kommt die große Heuchelei auf.
Wenn die sechs Arten der Blutsverwandtschaft
 aus dem Gleichgewicht sind,
kommt die Kindespflicht und Eltern-Ehrung auf.
Wenn die Länder und Sippen in Dunkelheit verfallen und entarten,
dann gibt es die treuen Untertanen und den öffentlichen Dienst.

 (19)

Lege das Scheinheilige ab, verwerfe die Klugheit -
Die Leute werden 100-fach davon profitieren.
Lege ab die Mildtätigkeit und gib auf die Gerechtigkeit,
und die Leute kehren von selbst
zur natürlichen Kindespflicht und Eltern-Ehrung zurück.
 Leg alles Künstliche ab, gib auf alle Belohnungen.
Räuber und Diebe haben nichts zu gewinnen.
Diese drei Dinge verbessern den kulturellen Fortschritt,
doch sind nicht der Grundstein.
Sorge dafür, dass echte Werte das Grundlegende sind:
Bewahre Deinen Blick für das Ursprüngliche,
 Pflege Deine ursprünglichen Natur,
mindere Deinen Eigennutz und befrei Dich von Begehrlichkeit

20

Lass alle theoretischen Studien hinter Dich
 und vermeide Ängstlichkeit.
Das schnelle Jawohl neben dem unterwürfigen Gewiss,
worin besteht der Unterschied zwischen beiden ?
Genauso das Gute, neben dem Schlechten -
Worin liegt der Unterschied oder die Gleichheit zwischen beiden.
Das, wovor sich die anderen fürchten,
sollte das nicht weniger gefürchtet sein?
Was ein Unfug !
 Und kein Ende ist abzusehen.
Jedermann ist glänzend und festlich,
als wenn es zu einem großen Opferfest ginge,
als wenn im Frühling die Türme erstiegen würden.
So sitze ich alleine, unbewegt hier,
 noch keiner kam, um ein Zeichen zu geben,
wie ein neugeborenes Kind, das schon lächelt.
abgegriffen und müde, wie einer ohne Heimat,
All die anderen haben mehr als genug,
während ich hier allein bin und vergessen.
Mit einfältigem Gemüt, so konfus und verwirrt.
Die normalen Leute sind so hell und sonnig,
ich allein verwirrt und düster.
Die Leute alle sind so wachsam und gerissen
Ich bin so benommen und stumpf
So ruhig wie ein See,
so unruhig, wie der Wind, der niemals aufhört
Jeder hat seine Ziele während ich unberechenbar,
 wie ein Bauer bin.
Anders als all die anderen erfreue ich mich an der Nahrung der Mutter.

(21)
 
Die Grundhaltung des wahren Wesens ist einfach:
Folge dem Wahren Weg.
Der wahre Weg, er ist schwer fassbar,
nebelhaft ist er, und verschwommen.
So verschwommen, nebelhaft und nicht greifbar
ist dort in seinem Inneren eine Form.
Ungreifbar und nebelhaft sind dort in der Mitte Wesen.
Geheimnisvoll und schattengleich
findet sich dort in seiner Mitte, die Saat.
Diese Saat ist tief und wirklich und in ihrer Mitte wohnt die Wahrheit.
Von der Gegenwart zurück bis in tiefsten, alten Zeiten
ist dieser Sinn nicht geschwunden.
Durch diesen sehen wir die gemeinsame Wurzel.
Woher wissen wir von der gemeinsamen Wurzel Form?
Eben durch dies.

  (22)

       Erhalte Dir Deine Sensibilität, und Du bleibst vollkommen.
       Was halb ist, wird ganz werden.
       Krummes wird gerade werden.
       Was tief ist, wird gefüllt werden.
       Altes wird Erneuerung erfahren.
       Was wenig hat, wird bekommen,
       Wer zuviel hat, wird benommen.
       Die Meister des WEGES halten sich an die Einheit,
       an das Urbild der Welt.
       Sie stellen sich nicht zur Schau, deshalb sind sie erleuchtet.
       Sie behaupten sich nicht selbst, deshalb sind sie unübertroffen.
       Sie machen keine Ansprüche geltend, deshalb sind sie verdienstvoll.
       Sie rühmen sich nicht selbst, deshalb bestehen sie lange,
       Weil sie nicht streiten, kann niemand auf der Welt
sich mit ihnen messen.
       Daher ist es kein leeres Gerede, in den alten Worten:
       Erhalte Dir Deine Sensibilität, und Du bleibst vollkommen.
      

(23)

Sparsamkeit - das ist die Sprache der Natur.
Also wütet der Wirbelsturm keinen ganzen Morgen,
und der Regensturm dauert keinen ganzen Tag.
Wer bewirkt all dies?
Himmel und Erde.
Wenn selbst Himmel und Erde nicht in der Lage sind,
auf ihrem tun zu bestehen,
dann vergleiche dies mit den Handlungen in der Menschenwelt.

Genauso versuche Du Dich " mit dem Geschäft des WEGES " zu befassen.
Mit dem WEG befasst sein heißt, eins sein mit dem WEG.
Mit der KRAFT befasst sein heißt, eins sein mit dem KRAFT.
Mit dem Makel beschäftigt sein heißt, eins sein mit dem Makel.
Jene, die eins sind mit dem WEG,
werden vom WEG auch bereitwillig erreicht.
Jene, die im Einklang mit der KRAFT sind,
werden auch von der KRAFT bereitwillig erreicht.
Jene, die im Einklang sind mit dem Makelhaften,
sind auch schnell für das Makel behaftete erreichbar.
Dort aber, wo das Wahre keine Grundlage hat -
da wird auch die Wahrheit keinen Bestand haben.

 



 (24),


Leute, die auf Zehen stehen,
stehen nicht stabil.
Leute, die sich in die Brust werfen,
kommen nicht voran.
Leute, die sich aufspielen,
kommen nicht klar.
Leute, die sich selbst zu wichtig nehmen,
hat man nicht lieb.
Leute, die sich überall durchsetzen wollen,
bringen keine echten Leistungen.
Leute, die sich selbst groß machen,
sind nicht lange dort.
Der, der auf dem WEG ist, sieht die Überzogenheit,
erkennt die Schwäche.
Der, der auf dem WEG ist,
weiß um die Nutzlosigkeit dieses wirren Tuns.
Der, der auf dem WEG ist,
lungert also nicht herum.

 

 26,

Das Schwere dient dem Leichten zur Wurzel.
Die Stille dient dem Lauten als Meister.
Und daher ist es so, dass der Edle jeden Tag umherwandert,
ohne dass er seinen schwer beladenen Wagen verlässt.
Sind da auch großartige, glänzende Aussichten,
bleibe ruhig und gelassen bei all dem.
Wie könnte der Herr der 10.000 Streitwagen
ein leichtfertiges Leben unter dem Himmel führen ?
Durch Leichtfertigkeit verlierst Du die Wurzel,
Eiliger Umherrennen führt zum Verlust der Meisterschaft

 


 (27) :

Der fähige Wanderer hinterläßt weder Spur noch Fährte.
Der fähige Redner ist frei von Täuschung und ohne Falsch.
Der fähige Rechner benutzt keine Rechenvorschriften.
Das beste Schloß braucht weder Riegel noch Schranken,
und doch kann es nicht geöffnet werden.
Die beste Bindung benutzt weder Seil noch Knoten,
und doch ist sie nicht zu lösen.
Und so war die Art der alten fähigen Meister:
Sie waren so trainiert darauf, das beste aus anderen zu machen,
sodaß niemand vergessen wurde.
Sie waren so trainiert, das beste aus jeder Situation zu machen,
so dass keine Zeit verloren wurde.
Dies ist es, was die "Essenz praktischer Weisheit" genannt wird.
Daher sind die Fähigen die Lehrmeister der weniger fähigen,
und die wenig Fähigen sind der Quell und die Hilfskräfte der Fähigen.
Nicht um den Wert der Lehrmeister wissen
und sich nicht um seine Hilfskräfte kümmern ist,
bei aller "Weisheit", eine schwerwiegende Täuschung.
Dies wurde in alter Zeit als "Wesen der Strategie" begriffen.

 

 (28)


Wisse um das Männliche,
doch bewahre Deine Weiblichkeit -
diene als Strom der Welt.
Der Welt als Strom dienen heißt,
daß Du Deine einheitliche Kraft, Deinen soliden Charakter nicht verlierst
und Du kehrst zum Wesen des Neugeborenen zurück.
Wisse um das Lichte,
doch bewahre Deine Dunkelheit -
diene als Vorbild der Welt.
Der Welt als Vorbild dienen heißt,
Deine einheitliche Kraft, Dein solider Charakter gerät nicht ins wanken,
und Du kehrst zum Unendlichen zurück.
Wisse um Deine Würde,
doch bewahre Deine Bescheidenheit.
Diene als Tal der Welt.
Der Welt als Tal dienen heißt,
daß Du Deine einheitliche Kraft, Deinen soliden Charakter vollenden kannst,
und auf Deiner Reise kehrst Du zur ursprünglichen Natur zurück.
Die ursprüngliche Natur, wenn in Stücke geschnitten,
führt zum Künstlichen.
Wenn der Wissende solche Dinge benutzt, wird er Meister der Beamten
und so wird aus der großen Regierung eine dürftige Abteilung.”

 


 (29),
 
Mit Begehrlichkeit sich um die Natur kümmern und die Dinge wiederherstellen,
Du bemerkst wohl, dass dies nie zum Ziel kommt.
Die Welt, sie ist ein geistiges Gefäß,
ungeeignet für solche Behandlungen.
Die, die auf sie einwirken, ruinieren die Dinge.
Die, die danach greifen, verlieren die Dinge.
Und also sind die Wesen:
Manche gehen voran, andere folgen.
Manche pusten, andere schnaufen.
Manche sind fit, andere sind schlaff.
Manche halten durch, andere brechen zusammen.
Daher vermeiden die alten Meister die Extreme,
vermeiden den Überfluss,
vermeiden die Ausschweifung.

 

 

30

Die, die den WEG benutzen, um der menschlichen Regierung zu helfen,
benutzen keine Waffengewalt bei ihrem Wirken in der Welt.
Alle Anstrengungen tendieren dazu zurückzuschlagen.
An Orten, wo sich die Armeen niedergelassen haben,
wachsen nun Dornen und Brombeersträucher.
Nach großen Kriegen kommen immer Missernten.
Die, die fähig sind haben Erfolg und finden ein Ende
Sie sind weder dreist noch denken sie an Gewalt.
Sie gewinnen, doch suchen keinen Ruhm.
Sie gewinnen, doch bleiben frei von Aggression.
Sie gewinnen, doch bleiben frei von Überheblichkeit.
Sie gewinnen,
auch wenn sie das Ende nicht erreicht haben.
Sie gewinnen, doch ohne zu Beherrschen.
Was mächtig und groß geworden ist
wird immer danach zerbrechlich werden.
Dies kann "nicht auf dem WEG sein" genannt werden.
Und “Nicht auf dem WEG sein”, heißt bald am Ende.

 

(31)
 

Die besten Waffen können Werkzeuge des Üblen sein
und damit im Widerspruch zum WEG der Natur stehen.
Die Meister, vom WEG durchdrungen, wenden sich von diesem ab.
 Ein wahrer Führer bevorzugt die Linke und hält sie in Ehren;
Bist Du ein Meister der Waffenkünste,
dann halte im Kampf die Rechte in Ehren.

Waffen, als Werkzeuge des Üblen werden
von den Unerleuchteten benutzt.
Ist ihr Gebrauch jedoch unvermeidlich,
dann handhabt ein wahren Meister sie
 mit ruhiger Gelassenheit.

Im Sieg laß selbst keine Freude aufkommen,
denn diese Freude führt zum Sichabfinden mit der Schächterei
Wer sich abfindet mit der Schlächterei,
selten findet der Erfüllung in dieser Welt.

Unser Geist sollte stark sein, damit wir
zum Höchsten Gipfel aufsteigen können.
Wenn wir Anstrengungen und Mühen
fürchten,
dann werden wir nie ein lohnenswertes Ziel
geschweige denn die Erleuchtung erreichen.

32
 
Der WEG ist beständig und unbeschreiblich.
Die ursprüngliche Natur mag gewöhnlich sein,
doch niemand auf der Welt kann sich erdreisten (ist fähig),
sie zu bezwingen.
Wären die Meister der Welt fähig, dies zu begreifen und anzuwenden,
die 10.000 Wesen würden sich ganz von selbst fügen.
So wie Himmel und Erde sich zusammen finden,
um den süßen Tau regnen zu lassen.
Niemand befiehlt dies,
denn diese Harmonie stellt sich von selbst ein.
Fange mit Regeln und Beschreibungen an
Und immer mehr Beschreibungen kommen zutage.
Schließlich lernst Du, auf immer mehr Behinderungen gefasst zu sein.
Indem Du lernst, auf Schwierigkeiten gefasst zu sein,
bist Du geschickt, Ärger zu vermeiden.
Schau auf den Ort des Weges in der Natur,
wie die Bäche und Täler eingehen in die Flüsse und Meere.

 

*

 33
 
Den, der die Anderen kennt, nennen wir scharfsichtig -
den, der sich selbst kennt, nennt man erleuchtet.

Der, der die Anderen besiegt ist stark -
der, der sich selbst besiegt, erlangt die Macht.

Der, der mit wenig zufrieden ist, ist reich -
der, der kraftvoll handelt besitzt einen starken Willen.
Der, der seine Mitte nicht verliert, hat Bestand -
der, der stirbt und doch nicht zugrunde geht,
 ist im Besitz der Unsterblichkeit.

 

 


 (34) :

Der Große Weg, er ist alles-durchdringend !
Er kann zur rechten gefunden werden und auch zur linken.
Alle Dinge hängen in ihrer Entwicklung von ihm ab,
und er verweigert sich keinem von ihnen.
Wenn er ihnen gibt, verweigert er ihnen nichts.
Sind seine Werke vollendet, erhebt er nicht den Anspruch,
das er es vollbracht hat.
Er kleidet alle Dinge, wie mit einem Gewand
und maßt sich nicht an, als ihr Herr aufzutreten:
darum mag man ihn klein nennen.
Alle Dinge kehren zurück zu ihren Wurzeln,
verschwinden und wissen nicht, dass er es ist:
dafür mag man ihn groß nennen.
Daher sind auch die Meister des Weges in der Lage,
ihre großartigen Leistungen zu vollbringen.
Weil sie sich nicht selbst groß machen,
können sie ihre erstaunlichen Werke vollbringen.

 

( 35 )

Begreife das große Urbild,
alles unter dem Himmel macht Fortschritte.
Sie machen Fortschritte, doch sie verletzen einander nicht.
Sicherheit und Frieden im Überfluss,
Musik zusammen mit edlen Speisen
und die Wanderer auf dem Weg lungern herum.
Doch da ist der WEG,
in Worte gefasst :
Wie geschmacklos !
Er ist ohne Würze.
Schau nach ihm,
 und da ist nichts,
was Deine Augen zufrieden stellt.
Horche nach ihm,
 und da ist nichts,
was Deine Ohren zufrieden stellt.
Nutze ihn,
 und Du findest wirklich kein Ende

 


(Vers 36)

Wenn Du es zusammendrücken möchtest,
dann dehne es erst richtig aus.
Wenn Du es schwächen möchtest,
dann stärke es erst ordentlich.
Wenn Du es abbauen möchtest,
dann fördere es erst richtig.
Wenn Du es mindern möchtest,
dann vermehre es erst ordentlich.
Dies nennt man "Verfeinerte Einsicht".
Das Flexible und Sanfte überwindet das Harte und Starke.
Der Fisch sollte nicht aus der Tiefe herausgezogen werden.
Die starken Geräte des Reiches
sollten nicht dem gewöhnlichen Volk gezeigt werden.

 

(37) :

Der WEG, das TAO ist ewig namenlos und ohne Handeln.
Wären die Meister der Welt fähig, ihn so anzuwenden,
 die zehntausend Dinge würden sich wie von selbst ändern.
Wandeln sie sich und Begehrlichkeit wollte sich regen,
 ich würde diese niederhalten
durch die Macht des namenlosen, unbehauenen Holz-Klotzes.
 Niedergehalten durch die Macht des namenlosen, unbehauenen Holz-Klotzes
 bliebe alles ohne Makel.
Makellosigkeit führt alles zur Stille.
Alles unter dem Himmel und über der Erde steht von selbst korrekt.

 (38) :


Höchste Kraft ist ohne Kraft,
darum bleibt ihre Kraft erhalten.
Die mindere Kraft lässt nicht ab von der Kraft,
weshalb es ihr an Kraft gebricht.
Die höchste Kraft ist handlungslos, und hat keinen Grund zu handeln.
Die mindere Kraft wirkt auf die Dinge ein, daher kommen Beweggründe.
Großes Wohlwollen wirkt auf die Dinge ein und hat keinen Grund zum Handeln.
Hohe Gerechtigkeit wirkt auf die Dinge ein und das mit Beweggrund.
Großer Anstand wirkt auf die Dinge ein,
und wenn ihm niemand antwortet,
krempelt er die Arme hoch und wirft sich ins Zeug.
Daher ist es so:
Verlierst Du den WEG, erscheint die KRAFT.
Verlierst Du die KRAFT, erscheint großes Wohlwollen.
Verlierst Du großes Wohlwollen, erscheint hohe Gerechtigkeit.
Verlierst Du hohe Gerechtigkeit, erscheint großer Anstand.
Großer Anstand ist der Schatten von Pflicht und Vertrauen
Und hier fängt die Verwirrung an.
Daher halten sich die Ausgereiften an die Substanz.
Nicht wohnen sie im Schatten.
Halte Dich an das Gehaltvolle und halte Dich nicht auf mit der Blüte.
Verwirf das eine und erhalte dies.

 

 39

Die, die die Einheit erreichten:
Der Himmel erhielt die Einheit und wurde klar.
Die Erde erhielt die Einheit und wurde fest.
Die Geister erhielten die Einheit und wurden mächtig.
Die Flußtäler erhielten die Einheit und wurden erfüllt.
Fürsten und Könige erhielten die Einheit und wurden Vorbilder für die Welt.
All dies erreichten sie durch die Kraft der Einheit.
So heißt es also:
Besäße der Himmel keine Klarheit, er würde zerbrechen.
Besäße die Erde keine Festigkeit, sie würde untergehen.
Besäßen die Geister keine Macht, sie würden sich erschöpfen.
Besäßen die Täler keine Fülle, sie würden verdorren.
Besitzen Könige und Herrscher keinen Charakter, so müßten sie stürzen.
Daher beruht alles, was edel ist auf dem bescheidenen,
alles was oben ist beruht auf dem unteren.
Dies ist sicher der Grund dafür,
daß sich die Fürsten und Könige selbst als verwaist,
 einsam und besitzlos bezeichnen.
Denn so ruhen sie auf dem Niederen
und die Bescheidenheit ist ihre Wurzel.
Höchster Ruhm ist frei von Ruhm,
und nicht erwünscht ist das Sichhervortun.
Also die Meister:
Weder glänzen sie wie die Jade
 noch sind sie unnahbar wie der schroffe Fels.

 


40

Rückkehr,
 dies ist die Bewegung des Weges.
Nachgiebigkeit,
dies ist die Methode des Weges.
Die 10.000 Wesen in der Natur,
sie erscheinen aus dem Sein.
Das Sein entsteht aus dem Nicht-Sein

 

( Vers 41)

Überagende Menschen, die vom weg hören,
fleißig üben und folgen sie ihm.
Durchschnittliche Menschen hören vom weg,
manchmal beachten sie ihn, manchmal vergessen sie es.
Die gewöhnlichen Menschen, wenn sie vom weg hören,
dann brüllen sie auf vor Lachen.
Würden sie nicht lachten, so gäbe es keinen Gründe,
dies als den weg zu bezeichnen.
Und dies sagen die gängigen Sprichwörter:
Klarheit ist auf dem weg zur Dunkelheit.
Fortschritt ist auf dem weg zum Rückschritt.
Glatter weg ist der Grober weg.
Der Gipfel des Charakters ist so gut wie ein Tal.
Große Reinheit ist wie verschmutzt.
Starkes Wesen scheint ungenügend.
Fundiertes Wesen scheint verstohlen.
Die offensichtliche Wahrheit will niemand hören.
Das Große Viereck hat keine Ecken.
Überragende Fähigkeiten sind schwer zu meistern.
Der große Ton wird selten gehört.
Das große Urbild hat keine Form.
Der weg, verborgen ist er und namenlos,
doch da der weg gut ist im Annehmen,
erreichst Du durch ihn die Vollendung.

 


 43
Die Natur der Nachgiebigen und Weichen überwindet
die Macht der Starken und Harten.
Das Nicht-Sein tritt selbst da ein,
wo keine Leerstellen sind.
Dadurch wissen wir vom Wert des Nicht-Handelns.
Die Lehre ohne Worte,
die Vorzüge nicht zu Handel -
wenige auf der Welt erreichen dies.

 



(44)

Was ist Dir wichtiger, Dein Name oder Dein Leben ?
Was schätzt Du mehr, Dein Leben oder Dein Besitz ?
Was fürchtest Du mehr, Gewinnen oder Verlieren ?
Je intensiver unsere Neigungen, desto größer unser Aufwand.
Je mehr wir gehortet haben, desto schwerer wirkt der Verlust.
Wissen wir, wann wir genug haben, gibt’s keine Schande.
Wissen wir, wann wir aufhören müssen, dann gibt’s keine Gefahr.
Also können wir in der Zeit bestehen.

Wenn wir unseren Geist leeren, können wir den Bauch füllen.
Um uns weiterzuentwickeln, empfiehlt es sich,
 daß wir unsere Selbstzufriedenheit ablegen, ....
damit wir erkennen:

Was ist das Wesentliche ?

 

        45

Große Vervollkommnung erscheint unvollkommen,
doch unerschöpflich in ihrer praktischen Anwendung.
Große Fülle erscheint leer,
doch ihr unendlich ist ihre Brauchbarkeit.
Das Große Offene wirkt eingeschränkt.
Große Fähigkeiten wirken dilettantisch.
Große Rede wirkt unvernommen.
Mit Bewegung überwindest Du die Kälte.
Mit Ruhe überwindest Du diese Hitze.
Reinheit und Stille sind die Richtlinien in der Welt.

 


 (46)

Wenn die Welt auf dem WEG ist
Werden die ausgedienten Rassepferde zur Düngung benutzt
Hat die Welt den weg verloren,
grasen Kriegsrosse draußen vor der Stadt
Kein größeres Übel als wenn Du Deiner Gier freien Lauf läßt.
Kein Leiden größer als wenn Du kein Genüge kennst.
Kein Fehler größer als wenn Du dem Gewinn nachläufst.
Daher: Zufriedenheit ist, wenn Du weißt, wann Du genug hast,
dies ist wahre Zufriedenheit.

 


(47)

"Ohne aus der Tür zu gehen
verstehst Du alles unter dem Himmel.
Ohne aus dem Fenster zu schauen
beobachtest Du den weg des Himmels.
Je weiter jemand hinausgeht,
desto weniger wird er begreifen.
Daher die alten Meister des weges:
Sie gehen nicht nach draußen, und doch wissen sie.
Ohne zu beweisen können sie bezeugen.
Ohne zu handeln können sie vollenden."

 

 (48)

Bist Du auf der Jagd nach Wissen, mehre täglich Deine Kenntnisse.
Folgst Du dem Weg, so mindere täglich Deine Handlungen.
Vereinfache die Dinge, mindere,
verringere bis Du ankommst im Nicht-Tun.
Obwohl nichts getan wird, bleibt doch nichts ungetan.
Um die Welt zu überwinden, gebrauche immer die geringste Kraft.
Solange Du mit großen Kräften auffährst, bleibst Du unfähig,
Deine Ziele zur Eroberung in dieser Welt zu erreichen.

 
 (49)

Die Weisen besitzen kein persönliches Bewusstsein.
Sie betrachten das Bewusstsein der Menschheit als ihr Bewusstsein.
Die, die gut sind, behandeln wir mit Güte.
Die, die nicht gut sind, behandeln wir auch mit Güte.
Güte ist verdienstvoll.
Denen, die ehrlich sind, kommen wir mit Wahrhaftigkeit entgegen.
Denen, die nicht ehrlich sind, kommen wir auch mit Wahrhaftigkeit entgegen.
Wahrhaftigkeit ist verdienstvoll.
Die alten Meister gehen durch die Welt, vereinigen und verbinden.
Sie nehmen die Welt in sich auf und verschmelzen mit ihr in ihren Herzen.
Die Menschheit, in eins horcht und blickt auf sie und achtet auf ihre Worte.
Die alten Meister sind zur Einheit zurückgekommen,
und sie lachen wie die Kinder.

 (50)

Mit unserem Eintreten ins Leben
betreten wir das Gebiet des Todes.
Die Gefährten des Lebens,
so heißt es, sind drei von zehn.
Die Gefährten des Todes,
so heißt es, sind ebenfalls drei von zehn.
Die anderen, die durch ihr Leben und Handeln
in das Reich des Todes vorstoßen,
sind ebenfalls drei von zehn.
Nun höre von dem einen Adepten,
der das Leben aushält.
Er durchreist die Länder,
 und er trifft weder Büffel noch Tiger.
Er kommt in eine Schlacht,
 und er ist ohne Rüstung und er trägt keine Waffen.
Und doch: Der Büffel findet keinen Ort,
um sein Horn hineinzustoßen.
Und auch: Der Tiger findet keinen Ort,
um seine Klauen hineinzuschlagen.
und all die Waffen finden keine Stelle,
die ihre Klingen aufnehmen könnte.
Warum dies so ist ?
Weil dieser eben frei ist von Stellen des Todes.

51

Der WEG gibt den Dingen Leben.
Die Natur bildet sie aus.
Das Dasein gestaltet sie.
Die Umgebung vollendet sie.
So ehren die 10.000 Wesen ohne Ausnahme den WEG und
schätzen die Natur.
Der WEG wird geehrt,
die Natur wird geschätzt,
doch niemand verlangt, befiehlt dies,
es geschieht ganz von selbst, ganz natürlich.
Daher gibt der WEG den Dingen Leben,
die Natur bildet sie aus, unterstützt und pflegt sie,
behütet und heilt sie, ernährt und schützt sie.
Hervorbringen, doch nicht besitzen,
handeln, doch nichts abfordern,
führen, doch nicht beherrschen.
Dies wird genannt: "Mystische Kraft"

 

52


Die Welt hat einen Anfang.
Diesen betrachte als die Mutter der Welt.
Hast Du die Mutter gefunden,
so erkennst Du durch sie ihre Kinder
Hast Du ihre Kinder verstanden,
so kehre zurück und habe Teil an der Mutter
Der Tod des Selbstes ist nichts furchterregendes.
Schließ Deine Kreise,
bewache die Tore und der Rest Deines Lebens ist
Frei von Problemen.
Öffne Deine Kreise und beende Deine Geschäfte,
und den Rest Deines Lebens findest Du keine Erlösung.
Die Feinheiten beachten zeugt von Klarheit.
Pflege der Flexibilität zeugt von Stärke.
Mach Gebrauch von dem, was erleuchtet ist,
um heimzukehren zum ursprünglichen Licht.
Gib Dich nicht hin all diesem anderen Elend.
Dies nennt der Meister: "Die stützende Übung"

 

(53)

Dies sei Deine Regel:
Die Klarheit bewahre.
Der, der auf dem großen WEG wandert fürchtet nur eins,
von ihm abzuweichen.
Der Große WEG ist so einfach,
doch die Leute lieben die Seitenwege.
Sind die Höfe geschmückt,
sind die Felder voller Unkraut.
Die Kornspeicher sind leer,
die Kleider fein und kompliziert.
Scharfe Schwerter werden an der Hüfte getragen
und Freß- und Saufgelage ohne Ende,
Reichtümer und Güter werden anghäuft.
Dies beschreibt Diebstahl, Raub und Völlerei
Und gewiß nicht den WEG.

 

(54)
     Nicht entwurzelt wird das, was fest Gegründet ist.
     Nicht entgleiten wird das, was gut Gehalten wird.
     So geehrt ist dies seit alter Zeit.
     Pflege und gestalte Dein Inneres Selbst –
     seine Kraft ist jederzeit wirksam.
     Pflege und gestalte Deine Familie –
     ihre Kraft wächst reichlich.
     Pflege und gestalte Deine Gemeinschaft –
     Ihre Kraft wird groß.
     Pflege und gestalte Deine Organisation –
     Ihre Kraft wird Früchte tragen.
     Pflege und gestalte Deine Welt –
     Ihre Kraft wird alles umfassen.

 Also die uralte Wahrheit:
 Durch Dein Inneres Selbst erfaßt Du das Innere Selbst.
 Durch Deine Familie erfaße das Wesen der Familie.
 Durch Deine Gemeinschaft erfaße die Größe der Gemeinschaft.
 Durch Deine Organisation erfaße den Kern der Organisation.
 Durch Deine Welt begreife das Wesen der Welt.
 Wodurch wissen die Meister vom Wesen der Welt ?
 Eben durch dieses.

Allein durch unsere Fähigkeit, alle Dinge dieser Welt
zu durchschauen, gelingt es uns,dem Leiden zu trotzen.
Wenn wir die Gründe erkennen, können wir uns auch befreien.
 

55


Die Verkörperung der wahren Kraft
Ist vergleichbar mit dem neugeborenen Kind.
Wespen, Skorpione, Vipern und Schlangen beißen es nicht
Wilde Tiere packen es nicht,
Raubvögel greifen es nicht.
Seine Knochen sind beweglich und die Muskeln sind zart,
doch sein Griff ist fest.
Nichts weiß es von der Vereinigung von Mann und Frau
und doch ist sein Glied erregt,
die Essenz ( ching ) ist erstklassig.

So schreit es den ganzen Tag lang ohne heiser zu werden.
Vollständige Harmonie ist darin zu finden.
Das Begreifen dieser Harmonie heißt Dauer.
Das Dauerhafte begreifen heißt Klarheit.
Das Mehren des Lebens wird als "gutes Omen" gesehen.
Einen Geist besitzen, der den Atem führt, wird "die Kraft" genannt.
Was schnell wächst, wird schnell zerbrechen.
Dies heißt "nicht auf dem weg".
"Nicht auf dem weg" ist bald am Ende.

 

 56:

Der Wissende redet nicht.
Der Geschwätzige weiß nicht.
Verstopfen der Öffnungen,
verschließen der Eingänge,
den Glanz dämpfen,
die Spitze entschärfen,
die Verstrickungen lösen:
die wird genannt:
“Einheit im Verborgenen”.

So die Meister:
Niemand kann ihnen zu nahe kommen,
niemand kann sie entfernen.
Niemand kann sie durch Gewinn kaufen,
niemand kann ihnen durch Nehmen schaden.
Niemand kann ihnen durch Lob Ehren erweisen,
niemand kann ihre Taten durch Spott abwerten.
So erhalten sie sich in ihrer eigenen Welt
den wahren Wert.
 

 

 (57)

Benutze Grundsätze um ein Land zu regieren.
Benutze Strategie, wenn Du einen Krieg wagst.
Benutze die geringste Anstrengung um die Welt zu erobern.
Woher wissen wir, dass die Dinge wirklich so sind ?
Durch Dies:
Je mehr Verbote und Regeln es gibt in der Welt,
desto mehr verarmen die Menschen.
Die Leute haben immer leistungsfähigere Werkzeuge,
doch die Länder und Sippen sind verstört.
Wenn die Spezialisten immer klüger und künstlicher werden,
treten seltsame Dinge in Massen auf.
Je mehr Gesetze verkündet werden,
desto mehr Räuber und Wegelager schleichen umher.
Daher behaupten die alten Meister:
Wir bleiben tatenlos -
und die Menschheit entwickelt sich von selbst.
Wir bevorzugen die Stille -
und die Menschheit regiert sich von selbst.
Wir machen keine Anstrengungen -
und die Menschheit wird von selbst reich.
Wir bleiben frei von Absichten -
und die Menschheit findet von selbst zum Einfachen

 58

 
Um die Menschen zu regieren oder dem Himmel zu dienen,
gibt's nichts besseres als die Sparsamkeit.
Allein der, der sparsam ist,
ist achtsam, vorausschauend und kann die Führung übernehmen.
Der, der die Führung inne hat,
muß über starke Kraftreserven verfügen.
Stehen große Kraftreserven zur Verfügung,
dann ist nichts unmöglich.
Wenn nichts unmöglich ist,
dann kennt niemand die Grenzen der Dinge.
Da niemand die Grenzen der Dinge kennt,
ist niemand fähig, das Reich zu bezwingen.
Der, der die Mutter des Reiches erlangt,
ist fähig, lange zu überdauern.
Dies beschreibt die tiefe Wurzel, die gesunde Basis -
den WEG des langen Lebens und der überdauernden Vision.

 


(60)

       Ein Reich zu führen ist wie das Braten kleiner Fische.

       Wird die Welt durch den weg geführt,
dann besitzen die Geister keine Macht.
       Nicht das die Geister ohne KRAFT wären,
aber ihr geistern schadet den Menschen nicht.

       Nicht allein die Geister schädigen die Menschen nicht,
       auch die unergründlichen Meister des weges
schaden den Menschen nicht.

       So beide einander nicht schaden,
       kehren die ursprünglichen Kräfte zurück
 und vereinigen sich in ihrem Wirken.

Kehre den Schnee vor Deiner eigenen Türe und kümmere Dich nicht
um den Reif auf den Dächern der Anderen.

 

 (61)

Das große Reich, welches unten fließt
vereinigt alles unter dem Himmel
als die Mutter für die 10.000 Wesen.
Das Weibliche siegt immer durch seine Stille über das Männliche,
durch Stille und Fügsamkeit.
Und so das große Reich, das kleine Reich unterstützt
nimmt es das kleine Reich in Besitz.
Ein kleines Reich, welches das große Reich unterstützt,
kann so ein großes Reich in Besitz nehmen.
Und so hat der, der unterstützt die Absicht in Besitz zu nehmen.
Der Andere unterstützt und wird eingenommen.
Das große Reich sollte keine größeren Absichten haben,
als die anderen zu vereinigen und sich um ihr Wohl zu kümmern.
Das kleine Reich sollte keine größeren Absichten haben,
als Teil zu haben und den anderen zu dienen.
So erhalten beide das, was sie wollen,
doch das Große sollte handeln um zu fördern.

 

 (62)

Der Weg ist das aller Heiligste der 10.000 Wesen,
dem Guten ein Juwel, dem Schlechten ein Zufluchtsort.
Geschliffene Worte sind gängig auf dem Marktplatz.
Mit edlen Taten sind gängig, um sich zur Schau zu stellen.
Andere sind weniger begabt,
aber weshalb sollte man sie verwerfen ?
Wenn der Thronerbe des Himmels oder die drei großen Edelmänner eingesetzt werden,
 dann wird die große Jadetafel als Tribut mit vier Pferden vorgefahren.
Doch was ist all dies gegenüber der Kraft des Stillen Sitzens auf dem Weg.
Welchen Grund hatten die Alten, diesen Weg so zu schätzen ?
Wird nicht gesagt:

"Wer auf der Suche ist, der wird auch finden,
gestehe Dir ein, Fehler zu haben und sie werden Dir vergeben."
?
Daher ist dies der Schatz aller unter dem Himmel

  (63)

Handle ohne zu handeln.
Sei tätig ohne zu zu tun.
Finde Geschmack an dem was nicht schmeckt.
Das Erhabene ist gewöhnlich, viel ist wenig.
Vergelte Übles mit Güte.
Die schwierigsten Dinge unter dem Himmel
beginnen immer im Einfachen.

Daher streben die alten Meister nicht nach Größe
Und können doch das Große erreichen.
Die, die leichtfertig Dinge versprechen,
gewiß sind sie nicht vertrauenswürdig.
Vieles leicht nehmen schafft bestimmt große Schwierigkeiten.
Daher achtet der wahre Meister auf die Dinge bevor sie schwierig werden.
Das ist der Grund, warum sie letztendlich keine Schwierigkeiten haben.

  (64)

Das was sicher ist, ist leicht zu halten.
Was frisch angefangen hat, lässt sich leicht planen.
Was dünn ist, lässt sich leicht zerbrechen.
Was winzig ist, lässt sich leicht zerstreuen.
Pflege die Dinge noch bevor sie ins Sein treten.
Ordne die Dinge noch bevor sie sich verwirren.
Ein Baum von riesigem Umfang
Entstand einem winzigen Samen.
Der Neun-Stufen-Turm
Entsteht aus einem Häufchen Erde.
Eine Reise von 1000 Li
Beginnt vor Deinen Füssen.
Die, die überall eingreifen, verderben die Dinge.
Die, die nach den Dingen greifen, verlieren die Dinge.
Daher die alten Meister:
Sie greifen nicht ein, deshalb verderben sie nichts.
Sie greifen nach Nichts, deshalb verlieren sie nichts.
Die Leute in ihren ehrgeizigen Vorgehen und wirren Handlungen,
in ihren Geschäften und Angelegenheiten,
immer wenn sie dicht vor dem Ziel sind, ruinieren sie die Dinge.
Sei achtsam am Ende wie am Beginn,
dann gibt es keine ruinierten Angelegenheiten.
Daher begehren die alten Meister das Nicht-Begehren,
ersehnen keine Güter, die schwer zu erlangen sind.
Sie lernen das Nicht-Lernen.
Und sie kehren zu dem zurück, an dem all die anderen vorbeigehen.
Also helfen sie den 10.000 Wesen sich selbst zu verwirklichen,
ohne sich dabei einzubilden, daran gewirkt zu haben.

 

 (65)
 

Die, die auf dem Weg sind,
unscheinbar,
fallen sie nicht dem gewöhnlichen Menschen ins Auge.
Scheinbar einfachen Sinnes sind sie.

Sind die Menschen voll Klugheit,
dann sind sie schwer zu führen.

Wird eine Organisation mit Klugheit geführt,
dann wird die Organisation schaden nehmen.

Wird eine Organisation ohne Klugheit geführt,
wird dies für die Organisation nützlich sein.

Allein durch Kenntnis dieser beiden Dinge,
haben die Meister des Weges die Matrix der Organisation erforscht.

Von dieser Matrix zu wissen und diese Matrix zu erkunden,
Dies heißt seit Alters: subtile – verborgene Kraft.

Subtile Kraft ist tiefgreifend, ist weitreichend.

Nutze sie.
Und zusammen mit den Prinzipien von yang und yin
 findest Du zur großen Harmonie.

Arroganz ist schädlich für Dich,
 denn sie bewirkt den Haß bei den Anderen.

Als Überheblicher kannst Du schlecht den Weg in Dir tragen.

 

 

(66)

Was ist der Grund, dass Flüsse und Ozeane
als Herrscher der
100 Täler dienen ?
Weil sie sich so gut unter sie stellen können.
Das ist ihr weg, um als Herrscher
über die 100 Täler zu handeln.
Indem Du dies anwendest in deiner Absicht,
 die Leute zu führen,
sei Dein Ausdruck immer so,
dass Du Dich unter sie stellst.
Wünscht Du, den Leuten voranzugehen,
dann betrachte Dich immer als hinter ihnen stehend.
Dies ist die Art der Meister, oben zu bleiben,
und die Leute fühlen sich nicht belastet.
Sie bleiben vorne,
und die Leute sind nicht gehemmt.
Auf diese Art treten alle unter dem Himmel gerne
vor und werden nicht erschöpft.
Da die wahren Meister der Kampfkunst nie streiten,
kann niemand unter dem Himmel gegen Sie kämpfen

 

(67)

Alle auf der Welt geben zu, dass dieser weg groß ist
und sich da nichts findet, was ihm gleicht,
Es liegt eben in seiner Größe,
dass sich nichts findet, was ihm ähnelt.
Gewiß, auf seiner langen Reise,
wäre zu erwarten, dass er kleiner geworden sei.
Und daher besitzte ich diese drei Schätze,
pflege und wache über sie:
Der erste, sein Name ist Mitgefühl -
Der zweite, sein Name ist Sparsamkeit -
Der dritte heißt nie versuchen ein Führer in der Welt zu sein.
Durch Mitgefühl gewinnen wir Kraft.
Sparsamkeit schafft Größe.
Nicht als Führer in der Welt zu handeln macht uns fähig,
überragende Fähigkeiten zu entwickeln.
Vorwärts stürmen und das Mitgefühl beiseite zu legen,
um größere Kraft zu gewinnen,
Sparsamkeit abzulegen,
um sich zu erweitern,
das Nachfolgen beiseite zu lassen,
um mehr Fortschritte zu machen,
ist wahrhaft der Tod.
Daher heißt Mitgefühl im Kampf - Sieg,
benutzt zur Verteidigung - Sicherheit.
Die, die der Himmel rettet,
die schützt er durch das Mitgefühl.

 (68)


Meister des geschickten Handelns
sind nicht streitsüchtig.
Der Meister der Kampfkunst ist nicht zornig.
Der, der seine Feinde besiegt,
streitet nicht mit ihnen.
Der, dem die anderen helfen,
stellt sich unter sie.
Dies ist die Macht des "Nicht-Streitens".
Dies ist die Macht
"die Kraft des Anderen zu nutzen"
Dies ist die Macht, genannt:
"der Spur des Himmels folgen"
Die Essenz der Kunst der alten Meister.

 

 (67)

Alle auf der Welt geben zu,
dass dieser WEG groß ist
und nichts seinesgleichen hat 
Es liegt eben in seiner Größe,
dass sich nichts seines gleichen findet
was ihm gleicht.
Gewiß, auf seiner langen Reise,
wäre zu erwarten, dass er kleiner geworden ist.
Hier besitzt ich diese drei Schätze,
pflege und halte sie in Ehren.
Der erste heißt Mitgefühl.
Der zweite heißt Sparsamkeit. 
Der dritte heißt,
 nie versuchen ein Führer in der Welt zu sein.
Dein Mitgefühl fördert die Kraft Deines Mutes.
Deine Sparsamkeit schafft Dir Größe.
Nicht als Führer in der Welt zu handeln,
 macht Dich fähig, hervorragende Fähigkeiten
 zu entwickeln.
Vorwärts stürmen und das Mitgefühl
 beiseite legen,
um größere Kraft zu gewinnen,
Sparsamkeit abzulegen,
um sich zu erweitern,
das Nachfolgen beiseite zu lassen,
um mehr Fortschritte zu machen,
ist wahrhaft der Tod.
Daher heißt Mitgefühl im Kampf - Sieg,
benutzt zur Verteidigung - Sicherheit.
Die, die der Himmel rettet,
die schützt er durch das Mitgefühl.

 

 70

Die sind meine Worte.
 Sie sind leicht zu verstehen,
meine Lehren leicht in die Praxis zu bringen.
Doch nur die Namenlosen begreifen sie und wenden sie an.
Starke Rede hat gewiß einen Herrn.
Große Werke haben einen Meister.
Doch sind diese unbekannt,
was heißt: sie sind nicht aufzufinden.
So ist also dies die Ursache, dass wir unbekannt sind.
Die, die uns kennen, sind doch nur wenige,
folglich werden wir durch unsere Taten geschätzt.
Daher, siehst Du die Meister,
so laufen Sie umher in gewöhnlichen Kleidern.
Verborgen tragen sie
den Juwel in ihrem Herzen.

 

 71

Zu wissen ohne das Wissen, dies ist das Beste.
Vom Wissen nichts begreifen ist ein Leiden.
Nun ist es so:
 da dieses Leiden eine Plage ist,
es dadurch aber auch einen Weg gibt,
die Plagen des Wissens-Wahnes zu vermeiden.
Die alten Meister plagten sich nicht mit dem Balast
 des Wissens und waren folglich frei vom Wahn.
Indem Du Dich frei von Wissen hälst.
löst Du Dich von all dem Leiden.
So kann der, der auf dem Weg ist,
dem Wahnsinn doch entkommen.

 


72
Wenn die Leute das Erstaunliche
nicht mehr beachten,
treten die großen Katastrophen auf.
 
Macht nicht eng ihren Wohnraum
übersteuert nicht ihre Lebensmittel,
nur dann ist keine Unterdrückung,
 wenn keine Unterdrückung ist.
Dies ist es,
weshalb die Meister des WEGES
sich selbst erkennen,
ohne dass sie sich aufspielen,
sie lieben sich selbst,
ohne sich selbst zu verehren.
Und so gib all das auf
und wähle dies andere.

 

 (73)

 
Härte zur Schau tragen heißt den Tod einladen -
Weichheit zeigen ermöglicht überleben .
Beide Wege zeigen Mut.
Jedoch - der Mut der Harten schadet,
die Tapferkeit der Weichen ist wohltuend.
 Warum nur verabscheut der Himmel den Mut der Harten ?
Kennt jemand den Grund hierzu ?
 Dies sind die Regeln der Natur :
ohne wett zu eifern Erfolg haben -
ohne zu fragen Antworten erhalten  -
ohne anzufordern, spontan die Dinge bekommen.
So die Natur:
großmütig, und ihre Politik ausgezeichnet.
 Die Ausdehnung der Natur ist riesig,
ein Netz, daß alles unter dem Himmel bedeckt.
Die Maschen dieses Netzes sind groß,
doch nichts entschlüpft ihm.
In der Natur gilt die Regel,
biegsam, nachgiebig und niedrig zu sein
 und nicht zu kämpfen.
Das Verhalten des Menschen sollte sich
an der Natur ausrichten.
Wir sollten den Wunsch aufgeben,
hart, kriegerisch und stark zu sein.

  74
 
Wenn die Leute den Tod nicht fürchten,
wie sollte man sie dann mit dem Tod einschüchtern ?
Angenommen, dass die Leute den Tod immer fürchten
und sie sich doch abartig benehmen,
wer sollte sie dann festnehmen, daran hindern und hinrichten,
wer wollte das wagen ?
Es gibt immer einen Meister der Hinrichtung,
 der das Töten praktiziert.
Nun, den Platz des Meisters der Hinrichtungen einnehmen,
 um das Geschäft des Todes auszuführen,
 ist etwa so, als den Platz des Zimmermanns beim Hauen einzunehmen.
Nun, die, die den Platz des Zimmermanns beim Hauen einnehmen,
da gibt es nur wenige,
die sich nicht die eigenen Hände verletzen.

 

75


“ Aufzeichnungen über den Weg und die Kraft “
 Die Leute leiden Hunger, wegen der überhöhten Steuern,
 die ihre Oberen verzehren.
 Das ist der Grund, warum sie Hunger leiden.
Die Leute sind schwer zu regieren,
wegen der übertriebenen Geschäftigkeit der Oberen,
 die regieren.
Das ist der Grund, warum die Leute so schwer zu regieren sind.
 Die Leute nehmen den Tod zu leicht,
 wegen der großen Aufwände bei der Suche nach dem Sinn des Lebens.
 Daher nehmen die Leute den Tod zu leicht.
 Daher ist es besser die Objekte des Lebens hinter sich zu lassen
als ihnen einen zu hohen Wert beizumessen.

 

 (76)

“ Lebend ist der Mensch nachgiebig und empfänglich,
sterbend ist er starr und unbeugsam.
Alle Dinge, das Gras und die Bäume:
Lebend sind sie nachgiebig und zart;
Sterbend sind sie trocken und verdorrt.
      
Wer also hart ist und starr,
stimmt mit dem Sterben überein:
Wer nachgiebig und empfänglich ist,
der stimmt mit dem Leben überein.

Daher: Eine starre Strategie wird nicht siegen;
Ein starrer Baum wird gefällt.
Der hoch und starr im Rang steht wird sinken;
Wer nachgiebig und empfänglich, wird im Rang emporsteigen. “

 (77)

Der Weg in der Natur ist wie ein gespannter Bogen.

Was Oben ist, wir heruntergezogen,

Was Unten ist, wird emporgehoben.

Was zuwenig hat, wird bekommen,

Was zuviel hat, wird benommen.

So wirkt das Tao in der Natur:

Es verringert da, wo Überfluß ist,

Es mehrt da, wo Mangel ist.

Nicht so der Weg in der Menschenwelt:

 Der Mensch verringert da, wo nicht genug ist,
 weil er dem Unmäßigen dient.

 Wer kann den Überfluß nutzen zum Gedeihen der Welt ?

Der, der auf dem Weg ist.

Also die Meister des Weges:

Handeln ohne Erwartung.
Vollenden ohne Anspruch auf Verdienste.
Vortrefflich im Verbergen ihrer beispiellosen Fähigkeiten.

Da, wo wir sind, vollbringen wir ehrenwerte Taten.

So wir Gefahren erkennen, tun wir unser Bestes,
den Menschen um uns herum zu helfen.

 

 

78
 
Diese Welt kennt nichts Aufnahmefähigeres und Weicheres als das Wasser.
Doch um das Harte und Starre anzugreifen, kommt ihm Nichts gleich.
Weil es keinen einfacheren WEG gibt als dies:
Das Sanfte bezwingt das Feste.
Das, was sich anpasst, überwindet das, was beharrt.
Da gibt es niemanden unter dem Himmel, der dieses nicht begreift,
doch wo sind die, die es anwenden können ?
Daher ist es dieses, was sie altehrwürdigen Meister pflegen:
Sie nehmen den Dreck des Landes in sich auf,
dies heißt, wahre Meister sein über die heiligen Stätten.
Sie nehmen die Unglücke des Reiches auf,
dies heißt, dem Herrscher des Reiches wahrhaft dienen.
Worte, die gerade heraus sind, scheinen verkehrt.

 

 (79)

 Wenn nach einem großen Streit noch Groll übrigbleibt,
wie kannst Du dies bereinigen ?
 Abgeklärte Meister halten die “linke Seite des Vertrages”
 ohne den Gegner zu bedrängen.
Die Mächtigen halten sich an den Vertrag,
die Ohnmächtigen müssen den Vertrag erfüllen:

Das Tao bevorzugt niemanden, sondern wirkt
durch die klaren Menschen.

Im inneren Aufruhr verschleiert sich unser Blick auf die Wirklichkeit.
Allein dies zeigt uns an,
 wie wichtig es ist,
daß wir unser Herz von Haß und Zorn reinigen.


(80)

  Verkleinere das Land, und verteile die Leute.
Laß es 10 bis 100 Spezialisten geben,
die aber nichts zu tun haben.
Laß die Leute das Gewicht des Todes spüren,
aber laß sie nicht zu viel umherlaufen.
Lass sie Boote und Wagen haben,
aber keine Notwendigkeit zu damit umherzufahren.
Obwohl sie Waffen und Rüstungen haben,
gibt es keinen Grund sie zu zeigen.
Laß die Leute zurückkehren zur Knotenschrift
und ganz einfach damit zählen.
Süß sei ihre Nahrung, einfach und schmuckvoll ihre Kleidung.
 Laß sie sicher wohnen in ihrem Heim,
Erholung finden sie in ihren Übungen.
Die Nachbarreiche sind in sichtweise
 und der Lärm derer Hühner und Hunde vernehmbar.
Und doch werden die Leute alt und sterben,
ohne daß sie viel hin- und hergerannt sind.

 

(81)

Wahre Worte sind nicht angenehm
angenehme Worte sind nicht wahr.

Wer recht hat, diskutiert nicht.
Wer diskutiert, hat nicht recht.

Wer vom weg weiß, redet nicht darüber.
Wer über den weg redet, weiß nichts von ihm.

Die Meister des weges häufen nichts an,
sie befleißigen sich des Handelns für die anderen,
so gewinnen sie mehr für sich selbst.

Sie befleißigen sich, anderen zu geben,
desto mehr wachsen sie selbst.

Der weg des Himmels ist es nützlich zu sein,
ohne zu verletzen.
Des Meisters weg ist es zu arbeiten,
ohne sich mit anderen zu messen.
 

Konfuzius

I-Ching 26 :

Um Deine Kraft ( té ) zu mehren, eigne Dir wahres Wissen an,
indem Du wertvolle Worte und Taten großer Meister studierst.

Konfuzius sagte:
“Nicht empfehlenswert ist das Beispiel solcher Leute,
die ohne Wissen einfach handeln.
Wahres Wissen ist schwer zu finden, noch schwerer zu erwerben.
Doch durch aufmerksames Hören und dann auswählen, was gut ist
und demgemäß handeln komme ich dem wahren Wissen nahe.
Um das Erkennen zu lernen gibt es für’s erste nichts
 Empfehlenswerteres, als genaues Hinschauen.”
 

 

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